Sonntag, 15. Januar 2017

Gott ist nicht tot 2 von Harold Cronk

Gott ist nicht tot 2 (USA 2016) von Harold Cronk
Der Glaube an Gott scheint bei immer weniger Menschen eine wichtige Rolle in ihrem Leben zu spielen. Im Gegenteil, Menschen, die ihren Glauben leben möchten, werden immer öfter Opfer von offenen Anfeindungen vom Rest der Gesellschaft. Das bekommt auch die junge Lehrerin Grace Wesley (Melissa Joan Hart) zu spüren, als sie die Frage einer Schülerin, die wissen möchte, ob Martin Luther King und Jesus nicht in gewissen Punkten ähnliche Standpunkte vertraten, beantwortet und dabei den Namen Jesus in den Mund nimmt. Innerhalb von wenigen Tagen wird Grace vor Gericht gezerrt und dazu aufgefordert, sich zu entschuldigen, wenn sie ihren Job behalten und finanziell für alle Zeiten ruiniert werden möchte. Die Einschüchterungstaktik funktioniert nicht, Grace ist eine aufrechte Christin, die für ihren Glauben kämpfen will. Ihr junger und unerfahrener Anwalt (Jesse Metcalfe) unterstützt sie dabei. Ihre Strategie: Sie wollen vor Gericht beweisen, dass Jesus tatsächlich gelebt hat, denn wenn er eine historische Persönlichkeit war, kann man ihn schließlich auch im Geschichtsunterricht erwähnen, ohne dafür ans nächste Kreuz genagelt....äh....verurteilt zu werden. Der Anwalt der Gegenseite (Ray Wise) hat da natürlich etwas dagegen...


Im letzten Drittel des Films gibt es eine Szene, die den Kern der Aussage von "Gott ist nicht tot 2" perfekt herausarbeitet: Kurz vor dem Ende des Prozesses demonstrieren Atheisten und Gläubige, um ihre jeweiligen Standpunkte zu vertreten. Die Atheisten schreien die Gegenseite wutentbrannt an, man sieht nur hochrote Köpfe. Was tun die Christen auf der anderen Seite? Halten schweigend ihre Plakate hoch, beten und sind so freundlich zu allem und jedem, dass es weh tut. Das zieht sich durch den gesamten Film: Die Christen sind eine arme, verfolgte Minderheit, die nur friedlich leben wollen, was den bösen Atheisten aber nicht gefällt. Diesbezüglich geht Teil 2 noch um einiges weiter als Gott ist nicht tot, wenn Ray Wise in seiner Rolle allen Ernstes verkündet, dass Gott tatsächlich tot sei. Dass er bei der Verhandlung sämtliche Verhaltensweisen an den Tag legt, die man sonst dem Teufel zuschreibt, ist da fast schon subtil.
Dass der Film absichtlich eine völlig unrealistische Strohmann-Debatte führt, zeigt sich bereits in dem Grund, aus welchem die Protagonistin vor Gericht gezerrt wird. Eine Schülerin fragt sie während des Unterrichts, ob Jesus nicht etwas ganz Ähnliches gesagt habe, wie Martin Luther King (der gerade im Unterricht behandelt wird). Grace (passender Name übrigens) beantwortet die Frage, indem sie die angesprochenen Aussagen kurz vergleicht. Da sie aber Jesus erwähnt (nach dem sie ja explizit gefragt wurde), suspendiert die Schule sie umgehend, alle flippen komplett aus und man droht ihr nicht nur indirekt damit, sie durch den Prozess finanziell zu ruinieren. Dieser Schauprozess ist von Anfang an ihr gegenüber unfair, da so ziemlich alle gegen die Angeklagte sind und das auch offen zur Schau stellen. Dabei würde dieser Prozess in der realen Welt niemals stattfinden, weil jeder weiß, dass man eine so gestellte Frage nicht beantworten kann, ohne die Person, nach der gefragt wurde, zu erwähnen. So stellt man absichtlich alles so hin, als wäre sofort die halbe Welt hinter dir her, wenn man nur kurz "Jesus!" sagt und die Menschen glauben das auch noch, lest euch nur mal die Amazon-Rezensionen durch.
"Gott ist nicht tot 2" führt die Geschichte einiger Charaktere aus dem ersten Teil fort. So erfährt man zum Beispiel, dass die krebskranke Reporterin/Bloggerin, die im ersten Film zu Gott gefunden hat, ihre Krebs tatsächlich wegbeten konnte. Habt ihr das gehört, liebe ÄrztInnen? Chemotherapien sind total nutzlos, betet mit den PatientInnen einfach dreimal am Tag das Vater unser, dann wird bald alles wieder gut. Ihre Freunde von den Newsboys (einen nichtssagenderen Namen für eine Band habe ich selten gehört) kommentieren das schon fast schulterzuckend mit einem (sinngemäßen) "Dafür hast du doch gebetet, oder?", als wäre so ein Gebiet nichts anderes als eine Bestellung beim Pizzaservice.
Ein "gutes" Beispiel für die Bösartigkeit aller Atheisten ist auch der Vater des chinesischen Studenten aus Teil 1, der seinen Sohn gleich ohrfeigt, anschreit und schlussendlich enterbt, als er hört, dass sein Sohn nun an Gott glaubt. Zwar nicht ganz so bescheuert, wie der seine Tochter verprügelnde Moslem aus Film Numero Uno, aber hey, man nimmt, was man kriegen kann.
Neben den bereits genannten lassen auch David A.R. White und Benjamin Onyango ihre Pastoren-Bromance aus dem ersten Film wieder aufleben. Diesmal fahren sie zwar nicht gemeinsam nach Disneyland, aber White ist einer der Geschworenen im Prozess und natürlich als einziger auf der Seite von Grace. Als er mit einem Blinddarmdurchbruch ausfällt, kommentiert er das allen Ernstes mit einem theatralischen "Aber ich muss doch bei ihr sein!" - wirklich sehr unvoreingenommen, der Herr Geschworene. Außerdem stellt sich mir bei der deutschen Fassung des Films die Frage, wieso Onyango plötzlich so klingt, als hätte man ihm ein Dutzend Murmeln in den Rachen gestopft. Generell hat sich die Synchronisation im Vergleich stark geändert. Auffällig ist das noch an unserem chinesischen Studenten, dem sie - aus welchem Grund auch immer - einen ziemlich dick aufgetragenen Akzent verpasst haben.
Natürlich gewinnt Grace am Ende den Prozess und selbstverständlich wird es so hingestellt, dass Gott persönlich dafür verantwortlich war (ihr Anwalt hatte wohl gar nichts damit zu tun, oder?). Ist ja nicht so, als hätte eine allmächtige Wesenheit nichts Besseres auf dieser Welt zu tun.

Filmgewordene Verlogenheit
"Gott ist nicht tot 2" macht mich noch wütender, als sein Vorgänger es je geschafft hat, da er noch wesentlich verlogener ist, als der - in dieser Hinsicht eh schon unglaubliche - erste Film. Atheisten hassen Gott, sind die Ausgeburt der Hölle und Christen alles reine Engel. Das ist zwar eine durchaus grandiose Leistung, aber leider auf die falsche Art. Dieser Strohmann-Film ist übelste Propaganda. Nach dem Abspann kommt noch einmal Freude auf: Der von David White gespielte Reverend Dave wird verhaftet, weil er seine Predigten nicht von den örtlichen Behörden kontrollieren lassen möchte. Ja, die bereiten allen Ernstes Teil 3 vor. Das kann ja heiter werden.

Dienstag, 27. Dezember 2016

Candy's Room: Soleil Noir von Marc Vorlander

Candy's Room: Soleil Noir (USA 2011) befindet sich als Bonusfilm auf
der DVD von "The Next Deathwish".
Ein emotional nicht sehr stabiler Teenager, der in einer dysfunktionalen Familie lebt und sich deshalb immer öfter in eine Traumwelt flüchtet und am liebsten Prinzessin spielt: Das ist Candy Black. Candys Problem mit der Realität in der sie lebt, geht sogar so weit, dass sie für drei Tage in ein Sanatorium eingewiesen wird. Der dort tätige Psychiater ist aber genauso inkompetent wie er gleichzeitig in Candy verknallt ist, er lässt sie - trotz der Proteste seiner Kollegin - einfach wieder raus. Kaum setzt Candy einen Fuß vor die Tür und in die Freiheit, beginnt sie wieder damit, ihren Ex-Freund zu stalken und anzurufen. Der ist davon natürlich nur wenig begeistert. Währenddessen verschwinden für Candy die Grenzen zwischen Traumwelt und Realität immer mehr...

Den Trailer zu dem Film gibt es hier.


Candy's Room: Soleil Noir von Marc Vorlander
Was lange gärt, wird endlich Wut... Es ist nun schon etwas länger her, dass ich bei meiner Rezension zu "The Next Deathwish" angekündigt habe, auch den als Bonusfilm auf die DVD gepressten Film "Candy's Room: Soleil Noir" zu rezensieren. Zwar ging das lange nicht so schnell, wie ich es eigentlich geplant hatte (viele berufliche Aufträge haben die Fertigstellung der Rezension verhindert und außerdem habe ich auch noch ein Privatleben), aber nun ist es endlich so weit.

Candy ist Vorlanders bester Film.

Gut ist er deshalb aber noch lange nicht. Wenn ich bestimmen müsste, ob Hunde- oder Katzenscheiße besser riecht, geht vielleicht auch eines der Häufchen als Gewinner aus dem "Wettbewerb" hervor. Als Parfüm würde ich den Siegerduft aber trotzdem nicht tragen wollen.
Dass Candy sich minimal von Vorlanders bisherigem Schaffen abhebt liegt daran, dass er diesmal vor Drehbeginn offenbar über ein Drehbuch von Geraldine Winters gestolpert ist. Leider hören damit die Verbesserungen im Vergleich zu Deathwish auch schon wieder auf. Alle nervigen Idiotien, mit denen Vorlander seine Filme regelmäßig ruiniert, finden sich auch hier. Zwar ist Vorlander hier nicht so dreist, ein Werk von ihm selbst als "Film im Film" zu präsentieren, dafür kommt mitten im Film ein Cartoon-Musikvideo seines Buddys Fernando Abrantes, das (wie sollte es anders sein) genau gar nichts mit der Handlung des "Films" zu tun hat, und die ohnehin nur rudimentär vorhandene Handlung volle zwei Minuten lang ausbremst. Selbstverständlich handelt es sich dabei nicht um die einzige sinnlose Sequenz. Immer wieder unterbrechen rein instrumentale Sequenzen den Film, der zwar nur eine Stunde dauert, dessen Handlung aber nicht mehr als 15 Minuten füllt. Ein Mädchen mit psychischen Problemen will seinen Freund zurück und driftet immer in ihre Traumwelt ab. Fertig. Das trägt aber keine 60 Minuten, weshalb Vorlander mal wieder alle möglichen Füllsequenzen einbaut und so die Geduld des Zuschauers auf eine sehr harte Probe stellt. So schaut man nach spätestens 20 Minuten immer öfter auf die Uhr und fragt sich, ob Geraldine Winters' Drehbuch tatsächlich so wenig hergegeben hat, oder ob Vorlander schlicht nicht dazu fähig ist, eine halbwegs stringente Handlung aufzubauen und den Handlungsbogen von Anfang bis zum Ende durchzuhalten. Ich befürchte, es handelt sich um eine Kombination aus beidem (zu gegebener Zeit werde ich mir wohl eine ihrer Regiearbeiten zu Gemüte führen und diese dann hier besprechen).
Die schauspielerischen Leistungen sind unter aller Sau. Das liegt aber nicht an den Menschen vor der Kamera, die so planlos agieren, dass einem sofort klar wird, dass sie keinerlei brauchbare Regieanweisungen erhalten haben und man kann ihnen beim Anschauen zumindest nicht absprechen, dass sie versuchen, das halbwegs Beste aus ihrer hoffnungslosen Situation zu machen. Ich mache dem Cast hier keinen Vorwurf, selbst Tom Hanks oder Benedict Cumberbatch wären hier auf verlorenem Posten gestanden. Da bekommt man beim Ansehen schon fast Mitleid, wenn man sich nicht vor Augen halten würde, dass die da alle freiwillig dabei sind. Bemerkenswert ist der weitere Werdegang von Hauptdarstellerin Francesca DiPaola (die auch in The Next Deathwish zu sehen war) aber allemal: Die hat danach noch genau einen Film mit Geraldine Winters gedreht ("Bongo: Killer Clown") und ging danach (begleitet von der Reality-Show "The Sisterhood: Becoming Nuns") ins Kloster. Wenn meine Erfahrungen mit anderen Menschen auch beinhalten würden, dass Marc Vorlander mich mit einer Plastikkrone auf dem Kopf vor einem imaginären Hofstaat predigen lässt, ich würde mein Heil auch hinter dicken Klostermauern suchen...


Fernandos Ohrenfolter
Was an dem Film fast noch mehr nervt, als an Deathwish, ist diese repetitive Elektronik-Musik von Fernando Abrantes. Jetzt bin ich schon von Haus aus nicht der Welt größter Fan dieses Genres und dann wird hier jede Sekunde Film mit diesem aus gefühlt drei Noten bestehenden Geklimper unterbrochen, das so klingt, als hätte mein dreijähriger Neffe ein Spielzeugkeyboard vom Aldi zu Weihnachten bekommen und ... nein ganz ehrlich, mein Neffe kann das besser. Viel besser.


Fazit zu Candy's Room
Marc Vorlander schafft es auch mit Candy's Room nicht, einen halbwegs stimmigen Film abzuliefern. Das ist keine Überraschung, aber es zeigt, dass es bei ihm auch nicht hilft, wenn er die Drehbücher nicht selber schreibt. Dieses Werk ist genauso ungenießbar wie "Deathwish". Der große Künstler, für den Vorlander sich selbst hält, wird er wohl niemals werden, weshalb ich das Kapitel Marc Vorlander für mich mit dieser Rezension beende.

Dienstag, 6. September 2016

The Next Deathwish von Marc Vorlander

The Next Deathwish (USA 2013) von Marc Vorlander
Inhalt laut DVD-Cover (und nur laut dem, denn der Film hat damit nicht sehr viel zu tun): Mysteriöse Morde führen zwei FBI-Agenten von L. A. nach New York. Doch sie sind nicht die einzigen, die nach dem Täter suchen: Ein geheimnisvoller Sensei und Chel, die Tochter des berühmten New-York-Rächers, durchstreifen ebenfalls die Straßen von Manhattan auf der Suche nach wichtigen Hinweisen. Chel wird immer tiefer in ein fragwürdiges Milieu hineingezogen. Sie taucht ab in eine Welt aus Sex und Drogen, bevor sich endlich der Kreis schließt und die Schuldigen in der Hölle brennen...

The Next Deathwish von Marc Vorlander
Bevor ich mit der eigentlichen Rezension des vorliegenden Films beginne, möchte ich mich bei einem Menschen entschuldigen, dem ich offensichtlich schweres Unrecht getan habe. Ich hoffe, Marcel Walz liest diese Zeilen:

"Lieber Marcel!

In meinem letzten Review zu einem deiner Filme habe ich einige sehr unschöne Dinge gesagt. So habe ich z. B. behauptet, dass man dir Zucker in den Allerwertesten bläst, wenn man dich einen talentierten deutschen Regisseur nennt. Dafür möchte ich mich in aller Form entschuldigen. Egal, welche Unzulänglichkeiten deine Filme auch immer haben mögen: Sie haben immer einen Anfang, einen Mittelteil und einen Schluss. Du kennst die klassische Dreiaktstruktur, weißt, wie man die Kamera hält und manche Dinge in Szene setzt. Du setzt dieses Wissen zwar nicht immer richtig um, aber hey, es ist zumindest vorhanden. Leider wusste ich das früher nie zu schätzen. Marc Vorlander und seine Vollkatastrophe von einem "Film" waren diesbezüglich ein brutaler Lehrmeister. Warum dem so ist und was man in 60 Minuten Film alles falsch machen kann, kannst du - gemeinsam mit allen anderen - hier nachlesen.

Reuevoll,
Dein Udo"

Und jetzt kommen wir zu Vorlanders Deathwish. Auf der DVD-Schachtel steht etwas von einer Lauflänge von etwa 60 Minuten (laut Vorlander übrigens die optimale Länge für einen Film). Das ist glatter Betrug. Der "Film" (und ich verwende dieses Wort nur unter Protest) beginnt nämlich mit einem Monolog von Allan A. Goldstein über den von ihm inszenierten Death Wish V aus dem Jahr 1994. Stolz präsentiert Goldstein die Originalwaffe aus dem Film, die er immer noch besitzt und spätestens ab diesem Moment bemerkt man Vorlanders fehlendes Gespür für Bildkomposition. Nicht nur, dass man aufgrund der seltsamen Perspektive das Gefühl hat, vor Goldsteins Schreibtisch zu knien, hält dieser die Waffe ständig so, dass sie maximal halb im Bild zu sehen ist. Jeder andere Regisseur hätte hier schon unterbrochen und Goldstein gesagt, dass er das Ding bitte etwas höher halten soll, aber nichts da, wir dürfen die Waffe wohl nicht sehen. Dieser Vortrag nimmt schon ganze sechs Minuten Film in Anspruch.
Danach folgt ein sechsminütiger Vorspann, bei dem man Ken Kensei beim Ausführen der immer gleichen Schwertkampftechniken bewundern darf. Stoppt ihr noch mit? Damit bleiben noch maximal 48 Minuten "Film" So geht es munter weiter, Vorlander verwendet immer wieder Füllmaterial, um die Laufzeit zu strecken. Der Höhepunkt dieser Vorgehensweise kommt nach etwa 10 Minuten, als Vorlander mal eben mehrere Minuten von seinem Vorgänger-Machwerk "Showgirls Exposed" zeigt, die gleichzeitig einen aktuellen Mord in Next Deathwish UND Werbung für seinen Showgirls-Film darstellen sollen. Krönender Abschluss dieser Farce ist die Einblendung einer Texttafel: "Showgirls Exposed. A Photoplay by Marc Vorlander". Ja, ihr habt richtig gelesen. Vorlander macht Werbung für sich selbst via Texttafel, indem er in "The Next Deathwish" einfach eine Werbeeinschaltung für "Showgirls Exposed" tätigt. Dem ist echt nichts zu peinlich. Das gilt auch für die Tatsache, dass Marc Vorlander und Oliver Krekel (dessen DigiDreams Studio die DVD herausgebracht hat) dieses Machwerk tatsächlich als Film vermarkten, obwohl genau 26 Minuten originales Material für diesen Streifen entstanden sind. Der Rest besteht aus Füllszenen aus anderen Filmen (wie eben "Showgirls Exposed"), Stock Footage der Stadt New York und anderen sinnlos aneinander gereihten Szenen. Nein, das ist keine Kunst, das ist offen zur Schau gestelltes Unvermögen.
Dass Vorlander sein Handwerk nicht beherrscht, zeigt sich nicht nur in der hilflosen  Art und Weise, mit der er sein Archivmaterial mit den für den Film entstandenen Szenen kombiniert. Der Herr Regisseur hat keinerlei Auge für wichtige Details. Beispiel gefällig? Der Film spielt (wofür es genau genommen keinen vernünftigen Grund gibt) in den 90ern. Schön und gut, dann wäre es aber besser, wenn im Hintergrund nicht ständig Leute mit ihren Smartphones durch die Gegend laufen (einer bleibt sogar stehen und macht ein Foto mit seinem Handy). Das ist doch "etwas" anachronistisch und die Kleidung der Protagonisten sieht auch verdächtig modern aus.


Inszenierung? Abwechslung? Brauchen wir nicht!
"Ich stelle eine Kamera hin und betätige den Aufnahmeknopf." - Würde Vorlander seinen Stil ehrlich beschreiben, er käme über diesen Satz nicht hinaus. Vorlander kennt bei Dialogszenen aus Prinzip nur eine Einstellung: Die Halbtotale, bei der die Kamera offenbar noch in den Boden eingemauert wurde. Da tut sich absolut gar nichts und besonders schmerzhaft ist das in jenen Szenen, in denen die Dialoge nicht gehört werden können und nur diese repetitive Elektromucke von Fernando Abrantes läuft. Da kommt dann zur unbeweglichen Kamera noch unerträgliche Musik dazu. Generell ist Vorlanders bevorzugtes Stilmittel, Dialoge einfach stumm zu schalten und mit Musik zu unterlegen, mit der Zeit einfach nur nervtötend.
Selbst wenn man die SchauspielerInnen beim Reden gehört hätte, bezweifele ich allerdings, dass das Ergebnis weniger enervierend gewesen wäre. Das liegt nur zum Teil an den absolut talentlosen Knallchargen (darunter ein gewisser Tom Rumpf, der in allen Diskussionen im Netz einen treuen Robin zu Vorlanders Batman spielt), sondern auch an der fehlenden Anleitung, die man jeder Szene ansieht. Das ist alles einfach nur hingeschludert worden, ohne jedes Verständnis für das filmische Handwerk. Den bemerkenswertesten Werdegang von Vorlanders Cast hat die weibliche Hauptrolle, Francesca DiPaola, hingelegt. Die hat mit Vorlander noch "Candy's Room" und ein Jahr nach "Deathwish" noch "Bongo: Killer Clown" mit Vorlander-Intimus Geraldine Winters gedreht. Ihr nächster Credit ist dann "The Sisterhood: Becoming Nuns", eine Reality-TV Show, in der es darum geht, dass eine Gruppe junger Frauen Nonnen werden möchte. Sie ist eine von ihnen. Ich kann sie gut verstehen.
Zum schlechten Film kommt dann auch noch eine fehlerhafte DVD-Produktion. Das verzerrte Bild tut schon sehr in den Augen weh, hier wurde eindeutig das falsche Bildformat auf die Scheibe gepresst. Oder haben die tatsächlich allesamt diese Eierköpfe? Ich hoffe doch nicht. Vom stumpfen Ton des Audiokommentars und der miserablen Tonqualität des Filmes (die aber auch auf Vorlanders Kappe gehen könnte), fange ich am besten gar nicht erst an.

Selbstbeweihräucherung und Größenwahn
Ich habe ja weiter oben schon angemerkt, dass Oliver Krekel mit DigiDreams diesen Film hierzulande auf DVD vertreibt. Ich kann nur sagen: Da haben sich die zwei Richtigen gefunden. Wenn ich mein Interview mit Krekel hier mit Torsten Dewis Vorlander-Interview vergleiche, erkenne ich durchaus Ähnlichkeiten in der Persönlichkeitsstruktur. Selbstbeweihräucherung und die Herabwürdigung von Kritikern steht bei beiden an der Tagesordnung, andere zu erniedrigen ist für beide die einzige Möglichkeit, sich selbst größer zu fühlen. Nirgendwo sieht und hört man das besser als beim Audiokommentar von Marc Vorlander zu "The Next Deathwish". Die erste halbe Stunde verbringt Vorlander gleich einmal damit, allen zu erzählen, was für ein visionärer Künstler er nicht ist. dass sein Spleen, mit künstlichen Alterungseffekten zu arbeiten, eine "totale Negation des Pixelwahns" sei (Vorlander mag kein HD), dass er in seinen Filmen immer nur echte Schusswaffen einsetzt (ich freu mich jetzt schon darauf, wenn er mal einen zweiten Brandon Lee produziert) und wie berühmt er jetzt bereits für seine Kameraarbeit ist. Dann entblödet er sich nicht, zu behaupten, dass er und Krekel die einzigen international bekannten Independentfilmer aus dem deutschsprachigen Raum sind und man in Los Angeles nur Petersen, Emmerich, Krekel und ihn selbst kennen würde. Der hält sich echt für berühmter als zum Beispiel Tom Tykwer oder Stefan Ruzowitzky. Dabei schafft er es nicht einmal, Uwe Boll das Wasser zu reichen. Zu guter Letzt schwurbelt Vorlander noch davon, dass Amerika über Deutschland lachen würde, weil in Deutschland das Waffenrecht viel zu streng sei und dass die EU viel zu viel Geld in sinnlose Projekte wie den Euro stecke (fragt nicht).
In der zweiten Hälfte des Filmes wird der Kommentar dann richtig widerlich. Ich habe oben bereits das Interview von Torsten Dewi verlinkt, das dieser mit Marc Vorlander geführt hat. Wenn man sich die Kommentare durchliest, kann man gut beobachten, wie Vorlanders fragliche Behauptungen in sich zusammenbrechen, er (Vorlander) nicht damit klar kommt und immer mehr mit Beleidigungen und Verleumdungen um sich wirft. Genau damit macht er hier weiter und es ist ihm anscheinend nicht zu niveaulos, seinen damaligen Interviewer Torsten Dewi erst als geifernden Hater hinzustellen (was selbstverständlich nicht die Wahrheit ist) und hinterher quasi aus zweiter Hand als Arschloch zu bezeichnen, indem er sinngemäß "Geraldine Winters hat gesagt, er ist ein Arschloch" sagt. (Dass das natürlich auch nicht stimmt, muss ich hoffentlich nicht extra dazu sagen, oder?) Vorlander bestätigt durch sein letztklassiges Verhalten nur das Bild, das ohnehin schon jeder von ihm hat, der seinen Namen googelt und danach die ersten paar Ergebnisse liest: Ein niveauloser Mensch, der nur noch in seiner eigenen Welt lebt.
Apropos Geraldine Winters: Diese Frau spielt bei der "Karriere" von Marc Vorlander eine interessante Rolle. Vorlander gibt ja immer wieder mit den Preisen an, die er mit seinen Werken beim "Jersey Gore Festival" gewonnen hat (unter anderem blendet er sie groß vor dem Beginn des Filmes ein) und erzählt jedem, der es hören will (oder auch nicht), wie toll und wichtig dieses Festival sei. Nun, dann wollen wir uns doch einmal die Fakten ansehen: Die Webseite des Festivals? Nicht mehr erreichbar. Festivals nach dem Jahr 2013? Fehlanzeige. Das Jersey Gore Festival fand genau zweimal statt und danach nie wieder. Viel interessanter ist aber, dass Geraldine Winters, die Drehbuchautorin für Vorlanders Film "Candy's Room", die Gründerin dieses Festivals war. Ein Schelm, wer nun denkt, dass sie ihrem Amigo die Preise zugeschanzt hat.

Kein Film, keine Kunst
Zurück zum Film selbst: Vorlanders Machwerk als solchen zu bezeichnen, fällt mir sehr schwer. Das liegt nicht daran, dass Vorlander sich mit Absicht den Konventionen des Mediums verweigern würde, wie er das gerne behauptet. Es liegt daran, dass er diese Konventionen schlichtweg nicht versteht und sie daher auch nicht umsetzen kann. Ich glaube ihm auch nicht, dass er Arthouse-Filme machen will. Vielmehr bin ich der Überzeugung, dass Vorlander sehr gerne ein großer Mainstream-Regisseur wäre. Er schafft es aber nicht, einen kohärenten Film zu drehen und ist verzweifelt, da er immer noch von Hollywood und der großen Karriere träumt. Jetzt redet er sich eben selbst ein, er mache bahnbrechende Kunstfilme für ein kleines Publikum. Deshalb wehrt er sich auch so stark gegen jegliche Kritik von außen, die dieses Luftschloss zum Einsturz bringen könnte. Wenn er nicht ständig Menschen persönlich angreifen würde, täte er mir leid. So ist The Next Deathwish lediglich ein Zeugnis dessen, was Vorlander alles nicht kann: Er kann keine Schauspieler anleiten, er hat keine Ahnung von Kameraführung oder davon, wie man verschiedene Filmquellen (also hier zum Beispiel Stock Footage, Material aus anderen Filmen und neu gedrehtes) sinnvoll verbindet und Drehbücher kann er auch keine schreiben.

Fazit zu The Next Deathwish
Schade um das verschwendete Filmmaterial. Aus psychologischer Sicht ist Film dennoch interessant, aber nur mit eingeschaltetem Audiokommentar. Hier kann man regelrecht dabei zuhören, wie jemand immer mehr in seine eigene Welt abdriftet.


Und zum Drüberstreuen gibt es hier noch ein Video von Kampfsportwunder und Vorlander-Kumpel Jörg Bergmann (falls ihr es nicht wisst: Vorlander ist außerdem noch weltbester Waffenhändler und hat mit Bergmann die Kampfsportart "Anti-Terror-Response" entwickelt). Rubrik: Sachen zum Lachen:



Ich habe zwar nur von 2000 bis 2004 JuJitsu gemacht, aber sogar ich kann sehen, dass die Kicks grundfalsch ausgeführt werden.

Und hier noch ein Song von Fernando Abrantes, den er gemeinsam mit Vorlander produziert hat:


Und diese Ohrenfolter stellt euch mal ausgedehnt auf 60 Minuten vor....

UPDATE: Hier gibt es die Rezension zum Bonusfilm auf der DVD: Candy's Room.

Montag, 25. Juli 2016

Die Präsenz - Kann ein Ort böse sein? von Daniele Grieco

Die Präsenz - Kann ein Ort böse sein? (Deutschland 2014) von Daniele Grieco
Der Anthropologiestudent Markus möchte gemeinsam mit seiner Freundin Rebecca und seinem besten Freund Lukas eine Nacht in einer verlassenen Burg verbringen, in der es spuken soll. Markus möchte die Chance nutzen, paranormale Geschehnisse auf Video zu bannen, und baut überall im Schloss Kameras auf. Markus und Lukas beschließen, dort eine ganze Woche zu überwachen, Rebecca wird von dieser Idee erst unterwegs in Kenntnis gesetzt. Sich unbefugt Zutritt zu verschaffen, stellt für das Trio kein größeres Problem dar, und so richten sie sich für die Nacht ein. Was als Spaß beginnt, wird schnell blutiger Ernst: Etwas Dämonisches geht in der Burg um und die Ereignisse geraten außer Kontrolle...


Und täglich grüßt das Found Footage-Murmeltier. Ich sollte mehr auf Subgenres achten, wenn ich mir Horrorfilme kaufe. Das Positive zuerst: Der Film hat eine schöne Location. Das wars mit dem Positiven. Die Negativ-Liste wird "etwas" länger.
Zunächst einmal ist es ärgerlich, dass das atmosphärische Fleckchen Erde, an dem dieser Film gedreht wurde, durch das Herumgewackel mit der Kamera meist überhaupt nicht zur Geltung kommt. Das bemerkt man aber ohnehin nur am Rande, man ist nämlich die ganze Zeit damit beschäftigt, den an den Nerven zehrenden Dialogen zuzuhören, bei denen man sich schon nach ein paar Minuten wünscht, die Protagonisten mit den Köpfen gegeneinander schlagen zu können.Wenn die Zeit nicht gerade mit blödem Gerede totgeschlagen wird, kommt Grieco den Zuschauern mit Schockeffekten daher, die selbst für Paranormal Activity zu langweilig gewesen wären. Für Menschen, die einen Fetisch für knarzende Türen und dumpfe Klopfgeräusche haben, ist "Die Präsenz" allerdings eine wahre Goldgrube.

Ein totes Genre
In den Extras der Blu Ray gibt Regisseur und Drehbuchautor Daniele Grieco ein vielsagendes Interview. Darin stellt er die These auf, dass das Genre "Found Footage" noch lange nicht tot sei und noch viel Leben in dieser Art von Film stecken würde. Leider muss ich hier widersprechen und Griecos Film ist mein bester Beweis dafür, dass "Found Footage" tot und begraben ist. "Die Präsenz" könnte man, wenn man nicht wüsste, dass er nicht als solches gedacht ist, glatt als deutsches Remake von "Blair Witch Project" bezeichnen. Drei junge Menschen, zwei männlich einer weiblich, wollen mit ihren Kameras einer lokalen Spuklegende auf den Grund gehen. Erst beobachten wir sie dabei, wie sie alles vorbereiten, dann passieren langsam die ersten unerklärlichen Dinge, die immer mehr überhand nehmen, die drei drehen durch, gehen aufeinander los und werden schließlich massakriert. Seit gut 19 Jahren gibt es nun vermehrt diese Art von Film im Mainstream und wir sind immer noch nicht weiter als 1997. Da hat sich nichts weiterentwickelt und ich habe starke Zweifel, dass das jemals der Fall sein wird.

Fazit zu "Die Präsenz"
Daniele Grieco wollte mit seinem Film beweisen, dass "Found Footage"-Filme noch Neues zu bieten haben können. Gelungen ist ihm leider das Gegenteil.

Sonntag, 24. Juli 2016

The Gallows von Travis Cluff & Chris Lofing

The Gallows (USA 2015) von Travis Cluff und Chris Lofing
Vor zwanzig Jahren starb ein Schüler bei der Aufführung eines Schultheaterstückes bei einem spektakulären Unfall (sagen wir es mal so: Bei dieser Vorstellung wurde der Tod durch Erhängen auf äußerst realistische Weise dargestellt - alles für die Kunst, oder was?). Das Jubiläum dieses Todesfalls will die nun aktuelle Theatergruppe begehen, indem sie dasselbe Stück wieder aufführen (den Galgen dafür haben sie schon aufgebaut - sehr pietätvoll). In der Nacht vor der Aufführung kriegt der Darsteller der männlichen Hauptrolle kalte Füße. Deshalb hält er den Plan seines Freundes Ryan, im Theater einzubrechen und alles zu demolieren, damit die Vorstellung abgesagt werden (Krank melden ist wohl keine Option?) und er sich nicht vor der versammelten Schüler- und Elternschaft zum Depp der Woche machen muss. Schnell stellen die beiden (die auch noch eine Schulkollegin im Schlepptau haben) fest, dass sie in dem Gebäude nicht allein sind. Denn jemand hat alle Türen verriegelt und macht nun Jagd auf sie...


(Spoilerwarnung) Ich werde mich hier nicht mit langen Einleitungen aufhalten: Von all den Found Footage Filmen, die ich auf dieser Seite bisher besprochen habe, hat "The Gallows" die mit Abstand dümmste Prämisse von allen: Ich habe ja schon viele bescheuerte Ideen gehört, aber welche Gruppe von Jugendlichen filmt sich bitte selbst bei einem Einbruch die ganze Zeit hindurch? Und das noch mit der Kamera, mit welcher der Arbeitsfortschritt am Theaterstück und am Abend das Stück selbst festgehalten werden soll? Die fordern es ja geradezu heraus, erwischt zu werden. Natürlich gibt es auch in "The Gallows" jede Menge Szenen, die kein normaler Mensch mehr filmen würde. Mein persönlicher Favorit ist diejenige, in der eines der Mädchen verzweifelt versucht, eine der verschlossenen Türen auf zu bekommen und der werte Herr der Schöpfung daneben steht und filmt, während sie sich vor seiner Nase abrackert. Von den Szenen, in denen die Clique vor ihrem Mörder weg rennt und vom jeweiligen "Kameramann" immer wieder ZURÜCK gefilmt wird, damit wir verwackelte Bilder vom Verfolger sehen, rede ich da noch gar nicht. Das nenne ich mal "Um die eigene Ermordung betteln".
Schauspielerisch wird bestenfalls Magerkost geboten. Reese Mishler, Pfeifer Brown und Ryan Shoos haben vor allem mit ihrer mangelnden Erfahrung und unrealistischen Dialogen zu kämpfen. Einzig Cassidy Gifford konnte schon vor "The Gallows" einen nennenswerten Filmcredit vorweisen: Sie hat in Harold Cronks Christen-Propagandastreifen Gott ist nicht tot die nervige Freundin des Protagonisten gespielt. Vom Rest des Casts hier hebt sie sich trotzdem in keiner Weise ab.
Wenn das Drehbuch nicht gerade bekannte Found-Footage-Klischees durchkaut, kommt es mit eigenen Blödheiten um die Ecke, die allesamt aus der Kategorie "Dumme Menschen tun dumme Dinge, um irgendwie die Spannung zu erhalten" stammen. Wenn Reese am Ende vor einer offenen Tür steht, hinter ihm die offenbar verletzte Pfeifer (bevor ihr fragt: Die Filmcharaktere haben großteils die gleichen Vornamen wie die SchauspielerInnen, die sie verkörpern) heult, rennt er natürlich kurz zurück um nach ihr zu sehen, das ist klar. Wieso der ehemalige Footballspieler dann aber minutenlang neben ihr sitzen bleibt und das weibliche Fliegengewicht nicht einfach hochhebt und mit ihr zur Tür rennt, wissen wohl nur Travis Cluff und Chris Lofing. Mit dem Twist am Ende schaffen die beiden es schließlich endgültig, dass man mit dem Kopf voran gegen den nächsten Türpfosten rennen will (der wird hier aber nicht verraten). Das Duo ist hier nicht nur für das Drehbuch, sondern auch für die Regie verantwortlich. Leider muss gesagt werden, dass den beiden auch inszenatorisch nichts einfällt, damit "The Gallows" aus der Masse von Found Footage-Filmen irgendwie heraussticht. Wütend macht einen dafür die Entstehungsgeschichte des Prologs aus dem Jahr 1993: So wurden die realistischen Reaktionen auf den Theaterunfall 1993 dadurch erreicht, dass man dem Theaterpublikum schlicht nicht erzählt hat, dass hier ein Unfall mit dem Galgen passieren wird. Die haben alle geglaubt, dass der Teenager auf der Bühne tatsächlich in akuter Lebensgefahr schwebt, die Panik der Menschen war echt. In den Extras der Blu Ray erzählt Travis Cluff dann noch davon, wie großartig es gewesen sei, dass alle so geschockt waren. Kunststück, die haben ja auch alle geglaubt, dass hier gerade ein Mensch vor ihren Augen stirbt, du Spaßvogel!
Apropos Blu Ray: Darauf findet man auch die Urfassung des Filmes, die sich in zwei Punkten vom Endprodukt unterscheidet: Erstens ist sie um einige Dialogszenen länger und zweitens wird Cassidy Giffords Rolle von einer anderen Frau gespielt. Das ändert alles nichts am Film, der bleibt furchtbar.
Noch kurz etwas zur Prämisse des Films: Ich habe mich die ganze Zeit über gefragt, warum keiner im Lauf des Films die Frage stellt, ob es wirklich eine gute Idee ist, 20 Jahre nach diesem tragischen Unfall wieder jemanden unter den exakt selben Umständen im Theater am Galgen (der sogar identisch aussieht) baumeln zu lassen? Ich finde das nicht sehr pietätvoll.

Fazit zu The Gallows
"The Gallows" ist ein durch und durch durchschnittlicher, manchmal auch dämlicher, Horrorfilm. Nein danke, sag ich da nur. Next!

Sonntag, 10. Juli 2016

Arbeitsnachweis

Ich habe hier schon wirklich lange nichts mehr geschrieben. Das hat vor allem einen Grund: Eine wirklich großartige Auftragslage in letzter Zeit. Die Artikel habe ich mit meiner Kollegin Sandra Knopp in Teamarbeit produziert. Hier ist ein kleines "Best of":

In "Mehr Schein als Sein im Prekariat" geht es um die Frage, wie wenig Spielraum prekäre Jobverhältnisse für die soziale Absicherung lassen.

"Löchriger Schutzschild" behandelt die Frage, wie sicher unser Pensionssystem ist.

"Drunter geht's nicht" bietet einen Überblick über Mindestlöhne in Europa.

Ein Artikel im Magazin Granatapfel beschäftigt sich mit dem Thema "Urban Gardening".


Wir waren aber nicht nur im Printbereich fleißig. Eine ganze Radiosendung haben wir der Fußball-EM gewidmet. Ein Interview mit Toni Polster ist genauso dabei, wie ein historischer Beitrag über das österreichische "Wunderteam" der 30er Jahre und eine Reportage über Pannini-Stickersammler: Fußball-Radiosendung Dort können auch unsere Sendungen zum Thema Medien und Journalistenausbildung nachgehört werden.

Außerdem möchte ich noch auf unsere nächste Radiosendung hinweisen. Sandra Knopp hat sich dafür nach Salzburg begeben und das Alpine Peace Crossing mitgemacht, wo Wanderer den Weg jener jüdischen Flüchtlinge nachgehen, die nach dem Zweiten Weltkrieg über den Krimmler Tauern nach Italien und von dort nach Palästina flohen. Zeitzeugen und Geflüchtete von heute erzählen dabei ihre Geschichten. Die Sendung kann am 25. Juli um 20 Uhr 30 auf Ö1 Campus und danach auf KMA.at angehört werden. Ich kann euch jetzt schon sagen: Sie wird hochinteressant.

Montag, 20. Juni 2016

Pause

Sorry für die längere Pause hier. Es waren zwei sehr arbeitsreiche Monate. Ich werde in den nächsten Tagen mal alles verlinken, wo ich in der Zeit meine Finger mit drin hatte, damit ihr sehen könnt, was ich in dieser Zeit so getrieben habe.